Aktionsplan Gesundheitskompetenz

Aktionsplan Gesundheitskompetenz

GLK 579 029

Jeder und jede Zweite in Deutschland hat eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz: Es fällt diesen Menschen schwer, gesundheitsrelevante Informationen zu verstehen und angemessen damit umzugehen. Dagegen will ein Expertenteam aus Wissenschaft und Praxis vorgehen.

Die Gesundheitswissenschaftler Doris Schaeffer und Ullrich Bauer von der Universität Bielefeld, Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance sowie Kai Kolpatzik vom AOK-Bundesverband stellten Mitte Februar 2018 in Berlin einen „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ vor. Er umfasst 15 konkrete Empfehlungen, die alle gesellschaftlichen Akteure einbinden und darauf abzielen, sowohl das Gesundheitssystem nutzerfreundlicher zu gestalten also auch die Gesundheitskompetenz des Einzelnen zu fördern.

Gesundheit- und Lebenskompetenz-Training des Berufsverbandes der Präventologen

Der Berufsverband der Präventologen hat mit seinem GLK-Training ein effektives Instrument zur Verbesserung der Gesundheitskomptenz entwickelt.

Die Förderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz und der Lebenskompetenzen von Menschen in ihren sozialen Gemeinschaften ist für Präventologinnen und Präventologen ein zentrales Anliegen. Jeder Mensch möchte sein Leben selbstverantwortlich führen und gesund bleiben. Gesundheitsbewusstsein und gesundes Verhalten will aber auch gelernt und ein Leben lang gepflegt sein. Das GLK-Training setzt genau hier an. Mit diesem Konzept gelingt es, Ressourcen und Potenziale zu entfalten und dauerhaft zu stärken.

GLK-Trainer/-innen-Ausbildung : Nächste Gelegenheit, die Trainerausbildung zu absolvieren, ist am 27.-29. April 2018.

In der Fortbildung zum Präventologen / zur Präventologin ist das GLK-Training als Selbserfahrungsseminar enthalten. Außerdem werden laufend GLK-Trainer/-innen qualifiziert.

Handlungsbedarf bei Älteren und Migranten

„Besonderen Handlungsbedarf gibt es bei Menschen mit geringerem Bildungsniveau, Älteren, chronisch Kranken und Menschen mit Migrationshintergrund“, stellt Gesundheitswissenschaftlerin Doris Schaeffer fest. Für den Staat biete ein konsequent umgesetztes Förderkonzept zudem erhebliches Einsparungspotenzial: Auf bis zu 15 Milliarden Euro im Jahr beziffern die Experten die Mehrausgaben, die durch unzureichende Gesundheitskompetenz in Deutschland entstehen.

Gesundheitskompetenz in Kita und Schule beginnen

Die Förderung der Gesundheitskompetenz muss nach Vorstellung der Expertinnen und Experten so früh wie möglich im Lebenslauf beginnen. „Systematische Angebote sollte es bereits in Kita und Schule, aber auch am Arbeitsplatz bzw. im beruflichen Kontext sowie im Wohnumfeld und den Kommunen geben“, betont der Soziologe Klaus Hurrelmann.

Auch hier bietet der Berufsverband der Präventologen mit seinem Fortbildungsangebot Schul/Kita-Präventologe bereits ein adäquates Angebot.

Der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ geht auf eine Initiative der beteiligten Wissenschaftler zurück und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers. Die Robert Bosch Stiftung und der AOK-Bundesverband haben die Arbeit gefördert.

www.nap-gesundheitskompetenz.de

Bericht in der ÄrzteZeitung