Informationen zu Corona

Das Virus, die Menschen und das Leben

Dr. Ellis Huber, Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes der Präventologen

Ellis Huber 200

pdfEinschätzung und Einordnung der Herausforderung durch das Corona Virus im Vergleich zum Alltag der Gesundheitsversorgung

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 Ein weiterer Beitrag widmet sich dem Thema "Corona und Alter"

Dorothée Remmler Bellen, Vorstand und Studienleiterin

Dorothee Remmler Bellen 200

Die Coronakrise bietet, wie jede Krise, auch eine Chance und macht in diesen Tagen deutlich, dass das soziale Bindegewebe in unserer Gesellschaft an vielen Stellen gerade wieder gefestigt und teilweise neu gewebt wird.

Da haben sich in den letzten Tagen ganz schnell Ehrenamtliche zusammengeschlossen um Menschen in Isolation zu versorgen, sich um Kinder zu kümmern, deren Eltern arbeiten müssen, oder Einkäufe für ältere Mitbürger zu tätigen. Auch auf Nachbarschaftsebene sehen wir ein ähnliches Verhalten; Studenten bieten per Fahhrad Kurier- und Einkaufsdienste kostenfrei an.

Die Krise lässt uns auch dankbar werden und Wertschätzung zeigen gegenüber Allen, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen arbeiten. In Spanien haben Menschen sich landesweit zu einem bestimmten Zeitpunkt verabredet, um sich mit Applaus und Hupkonzerten bei all denen zu bedanken, die sich im Gesundheitswesen zur Zeit weit über das normale Maß hinaus einsetzen, um den am Coronavirus erkrankten Menschen zu helfen. In Deutschland haben wir das am 17. März um 21 Uhr ebenfalls gemacht.

Solche Nachrichten tun gut und machen Mut. Achtsamkeit und soziales Engagement gedeihen gerade auch in der Krise. Die Entschleunigung, die Reduzierung der Ablenkungen und Unterhaltungsmöglichkeiten bieten uns auch die Chance, uns wieder auf uns zu besinnen und auf das, was wirklich zählt. Oder zu schauen, wer braucht gerade jetzt meine Unterstützung.

Machen wir uns auch bewusst, dass wir selbst etwas dafür tun können unser Immunsystem zu stärken; nicht nur auf körperlicher Ebenes, sondern insbesondere auch auf psychischer Ebene. Angst und Stress, das wissen wir aus der Psychoneuroimmonulogie, schwächen das Immunsystem. Besonnenheit und Gelassenheit sind bessere Ratgeber in herausfordernden Situationen.

Gehen wir die nächste Zeit mit diesem Perspektivwechsel an; lassen Sie uns gemeinsam weniger in Panik verfallen, sondern mit aller gebotenen Vernunft diese besondere Herausforderung meistern und dabei solidarisch, achtsam und mit Nächstenliebe handeln.

Weitere Informationen

Dr. med Christian Schubert: Psychoneuroimmunologie und Infektanfälligkeit

Beitrag im Online-Magazin "Perspective Daily "Corona-Virus - warum du jetzt handeln musst" mit gut aufbereiteten Grafiken und Kommentaren / Übersetzung eines Beitrages von Toma Pueyo

Ergänzung zum Beitrag von Tomas Pueyo: Coronavirus - "Der Hammer und der Tanz"

Informationen zum Thema Bedeutung eines ausbillanzierten Immunsystems findet man im Podcast "Tonspur Wissen", einer Gemeinschaftsproduktion von t-online.de und der Leibniz Gemeinschaft.

Das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin zeigt auf, wie relativ unser Wissen gegenwärtig ist und wie wir alle lernen müssen, mit der Natur ins Reine zu kommen: "Covid-19 - Wo ist die Evidenz?"

Stellungnahme der Leopoldina, Nationale Akademie der Wissenschaften: „Coronavirus-Pandemie in Deutschland"

 

Das Virus, die Menschen und das Leben
Das Corona Virus im Vergleich zur alltäglichen Gesundheitsversorgung
Ellis Huber, 5.4.2020

Die Zahl der Corona Infizierten im Bundesstaat New York erreicht am 4.4.2020 die Summe von 114.000 Menschen, soviel wie in Italien. Knapp 15.000 Patienten sind derzeit in einem Krankenhaus und knapp 4000 davon auf Intensivstationen. Insgesamt starben in New York inzwischen 3.565 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Gestern waren es 630 Todesfälle. Mit insgesamt mehr als 305.000 Infizierten liegen die USA an der Spitze aller Länder. An zweiter und dritter Stelle liegt Spanien mit 126.168 und Italien mit 124.632 Fällen An vierter Stelle folgt Deutschland mit 96.092 bekannten Infektionen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind inzwischen mit 273.083 bestätigten Infektionen am schwersten von der Corona Krise betroffen. Covid-19 hat in den USA bisher 8.265 Todesfälle verursacht. Der jeweils erste nationale Corona-Fall trat in den USA und in Südkorea am 19. Januar 2020, also am selben Tag auf. Südkorea verzeichnet bisher nur 174 Todesfälle. Die Entwicklung in Amerika wirkt verstörend auf die Menschen und die Wirtschaft. Präsident Donald Trump kündigt der Bevölkerung 100.000 bis 240.000 Corona Tote an. In Deutschland wären das 25.000 bis 60.000 Todesfälle. Es wird in Deutschland nicht so schlimm kommen. Doch die mögliche Größenordnung ist benannt. Bis zum 20. April bleibt das soziale Leben in Deutschland reduziert. Distancing Ostern steht vor der Tür. Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten sind geschlossen. Erst danach wird entschieden wie es weitergeht.

Am 4. April hat die Zahl der nachweislich infizierten Personen in Deutschland um 4.933 zugenommen. 1.444 Menschen sind bisher an den Folgen einer COVID-19 Erkrankung gestorben. Am 4.4. kamen 152 Tote dazu, weniger als die Tage davor. Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht eine Wende im bisherigen Prozess gekommen. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Ansteckungen habe sich nahezu halbiert. Unklar bleibt aber weiterhin, wie verbreitet das Corona Virus in der Bevölkerung tatsächlich ist, da Personen ohne Symptome nicht getestet werden und insbesondere jüngere Menschen infiziert sind und sich gesund fühlen.

Überfällig ist daher die Untersuchung einer repräsentativen Stichprobe aus der Bevölkerung. Nur damit lässt sich klären, wie gefährlich und tödlich das SARS-CoV-2 Virus tatsächlich ist. Am 31. März hat nun die Uniklinik Bonn eine solche repräsentative Studie mit 1.000 Personen für den Kreis Heinsberg in NRW angekündigt. Renommierte Infektiologen, Epidemiologen und Virologen sind sich über die Gefährlichkeit des Corona Virus nicht einig. Es gibt Indizien dafür, dass insgesamt die Corona Pandemie nicht schlimmer wird als die Influenza Pandemie 2017/18 und es gibt ebenso Hinweise, dass das Corona Virus im Vergleich zu den Influenzaviren bei schweren Grippewellen ansteckender ist, länger und schwerer krank macht und auch tödlicher wirkt. Es sterben aber fast ausschließlich schwerstkranke und sehr alte Menschen. 

Erstmals seit gut einem Monat ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Intensivpatienten in Italien gesunken. Das Land schöpft Hoffnung und glaubt sich auf dem Weg zum Besseren.  Auch Spanien stabilisieren sich die Zahlen der Corona-Krise. Die Zahl der Todesfälle ging zurück. Besonders stark betroffen sind weiterhin die Regionen Madrid und Katalonien. In Frankreich und Großbritannien steigen die Opferzahlen weiter an. Frankreich meldet mehr als 1.000 Todesopfer.

In Deutschland hat die jetzige Grippesaison von Januar bis März zu 30.000 Einweisungen ins Krankenhaus geführt und bisher sind 377 Menschen nachweislich im Zusammenhang mit der Influenza verstorben. Geschätzt sind seit Oktober 2019 bis heute in Deutschland bereits 4.000 Menschen frühzeitig gestorben, weil noch die Grippe dazu kam. In der Grippesaison 2017/18 waren es 25.000 Todesfälle. Jeden Tag sterben in Deutschland auch etwa 80 Menschen an einer bakteriellen oder viralen Lungenentzündung und 1.600 Patienten infizieren sich im Krankenhaus. Die Zahl der durch Krankenhauskeime verursachten Todesfälle liegt bei jährlich 10.000 bis 20.000 und bei 30 bis 60 pro Tag. Vor diesem Hintergrund sind 1.234 Todesfälle insgesamt und 127 Todesfälle am Tag durch das Corona Virus im Rahmen des allgemeinen Sterbegeschehens in Deutschland noch nicht dramatisch. Aber: wir können nicht genau wissen, wie es weiter geht. Die erfassten Infektionen und die Todesfälle durch das neuartige Corona Virus steigen noch kontinuierlich an.

Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus verzeichnen Südkorea, Taiwan, Hongkong und Japan. Die Zahl der Infizierten steigt dort wesentlich langsamer - meist ohne drakonische Lockdowns und Ausgangssperren. Wir können von diesen Ländern lernen. Schnelle Testverfahren, Antikörper-Tests zur Erkennung bereits immunisierter Personen und vor Allem die Beteiligung der Menschen an der Gefahrenabwehr sind Wege, die offensichtlich helfen. Der Einsatz moderne Kommunikationstechnologie unter Verwendung der Kontaktdaten durch die Menschen selbst ermöglicht eine „Mikromanagement“ der Seuchenbekämpfung. Nicht staatliche Kontrolle, sondern Selbstkontrolle und bürgerschaftliches Engagement sind entscheidend. Die jetzt entwickelte App für Smartphons könnte auch in Deutschland die Selbstorganisation der Menschen und damit individuelle Freiheit mit sozialer Verantwortlichkeit verbinden.  

Um Ängste, psychosozialen Stress und gefühlte Todesgefahr durch die Corona Pandemie nicht zu forcieren, stelle ich das Geschehen in die Zusammenhänge mit anderen Todesfällen. Das kann helfen, die COVID-19 Krankheit und das Corona Virus als eine leistbare Herausforderung zu sehen und ihre Bedeutung realistisch einzuschätzen. „Wird diese Krise zum kurzfristigen individuellen Profit genutzt werden, wobei wie üblich Sündenböcke gesucht werden, oder wird sie ein Weckruf sein, der uns in die Realität zurückholt? Das ist kein Idealismus, sondern purer Realismus“, sagte die frühere EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in einem gerade veröffentlichten Essay. Es geht mir also um eine realistische Einschätzung der Corona Pandemie im Spannungsverhältnis von Ethik und Profit oder Überwachung und Freiheit in sozialer Verantwortung.

1. Die Situation in Deutschland

Das alltägliche Sterben
Jeden Tag sterben in Deutschland etwa 2.500 Menschen, davon 930 Personen durch Herz-Kreislauferkrankungen, 650 durch Krebs und 190 an Krankheiten des Atmungssystems. Von Dezember bis März, also in den kalten Jahreszeiten sind es durchschnittlich etwas mehr Todesfälle, im Sommer weniger.

Ausgelöst durch Bakterien und Viren erkranken täglich 1.500 bis 1.900 Menschen an einer Lungenentzündung. Die Diagnose lautet: Pneumonie. Etwa 800 betroffene Patienten kommen damit in ein Krankenhaus und für 80 Personen endet die Krankheit tödlich: An Lungenentzündung sterben also in Deutschland jährlich 30.000 Bürgerinnen und Bürger.
Auch die Tuberkulose ist nicht verschwunden. Jährlich erkranken daran 5.000 bis 6.000 Menschen und 2018 starben dadurch 129 Patienten vornehmlich im hohen Alter. Mit HIV sind etwa 90.000 Personen infiziert, jährlich kommen 2.500 dazu und in 2018 starben daran etwa 450 Menschen. Mit diesen Zahlen oder besser Patientenschicksalen geht die Medizin täglich routiniert und, soweit sie es kann, auch heilsam um.

Das Coronavirus
Gegenwärtig haben wir in Deutschland (Coronavirus Monitor und RKI Daten vom 3.4.2020) 96.092 Infektionsfälle durch das neue SARS-CoV-2 Virus, also gesicherte Corona Infektionen. Der tägliche Zuwachs der letzten Woche seit dem 28.3.2020 lag bei 4.387, 7.470, 4.860, 6.794, 7.009, 6.368 und am 4.4.2020 bei 4.933 Fällen. Die festgestellten SARS-CoV-2 Infektionen nehmen kontinuierlich zu. Die täglichen Zuwächse gehen langsam zurück und liegen jetzt bei 5.000. Das ist kein exponentielles Wachstum mehr. Dahinter kann aber dennoch eine fast exponentielle Wachstumskurve der Infektionen laufen, da nur gemessen wird, wenn Krankheitssymptome auftauchen. Infektionen bei gesunden Personen werden somit nicht entdeckt. 1.427 Personen sind seit dem 10.3.2020 verstorben. Die Zahl der täglichen Toten nimmt nicht mehr zu. Vom 19.3. bis zum 25.3. waren es weniger als 50 Tote täglich, vom 26.3. bis zum 31.3 waren es durchschnittlich 80 Todesfälle, am 1.4.2020 plötzlich 207, am 2.4. dann 198, am 3.4.2020 nur 168 und am 4.42020 dann 152 Todesfälle. Bereits wieder gesund geworden sind 26.144 Personen.

Leider gibt es keine Statistik über die laufenden Krankenhausbehandlungen. Berlin meldet am 4.4.2020, dass 3.626 Personen infiziert sind. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 502 Personen und 127 Menschen benötigen intensivmedizinische Behandlung. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Insgesamt 24 Patienten sind verstorben. Von den Berliner Verhältnissen hochgerechnet wären schätzungsweise 13.000 Patienten deutschlandweit im Krankenhaus und etwa 3.200 Patienten auf der Intensivstation.

Wir wissen nicht genau, wie sich die Infektion in der Bevölkerung ausbreitet, da eben viele Menschen ohne Symptome mit dem Virus fertig werden und nicht an COVID-19 erkranken. Die Zahlen der infizierten und verstorbenen Corona Patienten sind im Vergleich zum sonstigen Infektionsgeschehen mit 80 täglichen Todesfällen durch bakterielle oder virale Lungenentzündungen und 160 täglichen Todesfällen durch Krankheiten des Atemsystems noch nicht dramatisch. Jeden Tag sterben in Deutschland 2.500 Menschen und davon 1.250 im Krankenhaus. Täglich infizieren sich 1.600 Patienten mit Krankenhauskeimen und 30 bis 60 Todesfälle pro Tag gehen darauf zurück. Mehr als 200 tägliche Todesfälle durch Covid-19 Kranke sind ein Problem. Allerdings wird bei den Corona Todesfällen nicht unterschieden, ob die Patienten nur mit oder ursächlich durch das Corona Virus gestorben sind. Covid-19 verursacht nur 5 Prozent der täglichen Todesfälle. Damit wird der Rahmen des üblichen Sterbegeschehens in Deutschland noch nicht gesprengt. Unklar ist, ob die Corona Todesfälle tatsächlich mehr Sterben verursachen oder an die Stelle anderer Todesursachen treten. 

Wir müssen allerdings mit einem starken Wachstum der Coronavirus Erkrankungen rechnen. In den kommenden Monaten werden sich gut 50 Millionen Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus infizieren. Die Ausbreitung lässt sich nicht stoppen, nur bremsen. Wenn sich die Ausbreitung auf 10 Monate verteilt, wären dies 5 Millionen infizierte Menschen von denen 10% bis 20%, also eine halbe bis eine Million Krankheitssymptome entwickeln. Schwer krank würden 100.000 bis 200.000 Menschen mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf. Bei einer Mortalität von 1,0 Prozent der erkrankten Personen würden monatlich 5.000 Menschen sterben. Eine solche Epidemie beansprucht die vorhandenen Kapazitäten des Gesundheitssystems voll, braucht alle vorhandenen Betten und produziert damit ein echtes Versorgungproblem. Je langsamer sich die Infektionen also ausbreiten, desto einfacher ist die notwendige Versorgungsaufgabe zu bewältigen. Das rechtfertigt die jetzt erfolgten und bis zum 20. April vorgesehenen Maßnahmen der sozialen Distanz und Kontaktvermeidung (Social Distancing).

Das Gesundheitswesen in Deutschland weist insgesamt 500.000 Krankenhausbetten aus. Wegen der Corona-Krise wurde die Zahl der Intensivbetten von etwa 28.000 auf rund 40.000 erhöht. Etwa 30.000 sind mit Beatmungsgeräten ausgerüstet. Knapp 20 Millionen Behandlungsfälle fallen jährlich an. Auf zwei Jahre verteilt oder auch bei einer hohen Zahl symptomfreier Menschen, deren Infektion gar nicht gemessen wird, ist das Corona Virus eine überschaubare Herausforderung. Wenn sich die jetzigen Zahlen verfünffachen wären 60.000 Krankenhausplätze und 15.000 Intensivbetten notwendig. Das lässt sich bewältigen. Eine solche Größenordnung an Patienten wurde auch bei der Grippeepidemie 2017/18 versorgt. Es sieht jetzt so aus, dass sich die Verbreitung der Infektionen verlangsamt. Die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen sind schwer kranke und ältere Menschen. Sie müssen wirksam geschützt werden.  

Die ständigen Infektionskrankheiten
Die jährlichen Grippewellen und auch die bakteriellen Infektionskrankheiten verursachen für unsere Krankenhäuser seit Jahren schon Belastungen und Herausforderungen in einer vergleichbaren Dimension, auch wenn die Lungenkrankheit COVID-19 schwerer und langdauernder abläuft. 

Die Grippesaison 2019/20 hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Ende März 2020 insgesamt 181.912 Influenzafälle labordiagnostisch bestätigt. Die Zahl der Menschen, die wegen Influenza eine Haus- oder Kinderarztpraxis aufgesucht haben, schätzen die Grippe-Experten auf 4,2 Millionen. Über 29.000 Patienten wurden hospitalisiert und 377 Menschen sind an Influenza verstorben. Einen Höchstwert mit 20.629 neuen Grippefällen und schätzungsweise 60 Todesfällen täglich verzeichnete die Woche vom 1.2. bis zum 7.2.2020. Unter Einbezug der Dunkelziffer, müssen wir für die laufende Saison 2019/20 mit etwa 4.000 Todesfällen in der Kombination von Influenzaviren und schweren chronischen Erkrankungen rechnen. Die Grippeviren ebenso wie das Corona Virus verkürzen oft einen ohnehin bereits laufenden Sterbeprozess, gefährdet sind Menschen mit schweren chronischen Krankheiten wie Krebs, Diabetes, COPD oder Herzinsuffizienz.  

Die Grippesaison 2017/18 war mit 25.100 Todesfällen durch Influenza die schlimmste Grippewelle seit 30 Jahren. Rund neun Millionen Arztbesuche waren damals zu verzeichnen. 5,3 Millionen Menschen wurden arbeitsunfähig krankgeschrieben oder als pflegebedürftig beurteilt. Geschätzt wird, dass sich damals 25 Millionen innerhalb von 15 Wochen angesteckt haben. Die Anzahl der Infizierten hat sich also alle 4 Tage verdoppelt. Besonders betroffen war die Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen. Die Anzahl der Krankenhausbehandlungen umfasste 60.000 Menschen ab dem 35. Lebensjahr. Das RKI meldete aber nur 334.000 labordiagnostisch bestätigte Influenza-Kranke und 1.674 nachweislich daran verstorbene Patienten. Unter Einbezug der Dunkelziffern wurde berechnet, dass es durch die Influenza zu den 25.100 vorzeitigen Todesfällen in Kombination mit anderen schweren Erkrankungen gekommen war. Das sind dann in der gesamten Grippesaison täglich 140 Todesfälle. Die meisten Todesfälle konzentrierten sich auf eine Zeit von acht Wochen von Mitte Januar bis Mitte März und es sind damals an einzelnen Tagen auch mehr als 500 Patienten verstorben.
In Berlin starben 1.130 Patienten und im Februar bis zu 40 Patienten an einem Tag an dieser Influenza Pandemie.

Schlussfolgerung
Wenn die Verbreitung der Corona Viren wirksam verzögert wird und eine wachsende Immunisierung großer Bevölkerungskreise längerfristig über zwei Jahre erfolgt, ist das Geschehen vom Gesundheitswesen zu bewältigen. Es wird schwierig, aber nicht unbeherrschbar bedrohlich. Der Höhepunkt der Herausforderung tritt vermutlich von Mai bis Juli 2020 ein und dann kommt ähnlich wie bei der Grippe ein kontinuierliches, aber nicht außergewöhnliches Krankheitsgeschehen. Darauf können wir uns in der Krankenversorgung vorbereiten und einstellen. Es hängt alles von dem Zeitpunkt ab, bei dem die gegenwärtig täglich steigenden Zahlen sich stabilisieren und wieder zurückgehen.

Bis zu 200 Todesfälle täglich durch Lungenentzündungen im Zusammenhang mit dem Corona Virus fallen noch nicht aus dem Rahmen des Sterbens, das täglich in Deutschland geschieht. Die anderen Infektionskrankheiten sind ebenfalls in diesem Umfang tödlich und bezogen auf die 2.500 täglichen Todesfälle in Deutschland würden selbst mehr als 200 zusätzliche Todesfälle durch das Corona Virus noch in einer bekannten Größenordnung liegen. Die Grippeepidemie 2017/8 ging über sechs Monate mit 140 Todesfällen pro Tag einher und an einzelnen Tagen sind mehrere hundert Patienten verstorben. Damals ist darüber öffentlich nicht berichtet worden und es gab keine Schlagzeilen zum täglichen Sterben durch Influenza Viren.

Die Angst und Panik im Umgang mit der aktuellen Situation werden durch solche Vergleiche nicht gemindert. Die tägliche Katastrophenberichterstattung zu den einzelnen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Corona Virus wirkt aber realitätsfremd und vermittelt ein Gefährdungsgefühl, das die Verhältnisse verdunkelt, die Menschen verängstigt und ihnen keine Transparenz der Situation vermittelt. „Die Nennung von Fällen ohne Bezugsgrößen ist irreführend“, sagt das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. in seiner Stellungnahme: Die Nennung der Toten durch das Coronavirus ohne Bezug zu anderen Todesursachen führe zur Überschätzung des Risikos. „Die Angaben zu den Todesfällen durch Covid-19 sollten daher entweder die täglich oder wöchentlich verstorbenen Personen mit Angabe der Gesamttodesfälle in Deutschland berichten. Auch ein Bezug zu Todesfällen durch andere akute respiratorische Infektionen wäre angemessen.“

Da durch COVID-19 überwiegend ältere und kranke Menschen versterben, wäre gerade ein Vergleich mit den anderen akuten Lungenkrankheiten und Lungenentzündungen sinnvoll. An der Grippe verstarben in diesem Winter täglich 50 Menschen und in früheren Jahren waren es manchmal auch über 500 Tote. Das Robert Koch-Institut schätzt nach einer Studie aus 2019, dass es jährlich bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen gibt. Die Zahl der durch Krankenhauskeime verursachten Todesfälle liegt danach bei 10.000 bis 20.000 pro Jahr oder 30 bis 60 pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene hält eine Million im Krankenhaus gesetzte Infektionen und mindestens 30.000 Todesfälle pro Jahr für realistisch.

Die Mitteilung der Corona-Toten bezogen auf die sonstigen Todesfälle durch Infektionskrankheiten und andere Ursachen wäre eine gute, die Menschen aufklärende Risikokommunikation. Ohne einen Vergleich zum täglichen Sterben in der Bevölkerung wird eine falsche Realitätssicht induziert und den Menschen das Gefühl vermittelt, dass das Corona Virus die einzige Gefahr für das Leben wäre. Das macht Angst und Stress. Psychosozialer Stress ist ein Faktor, der das individuelle Immunsystem und damit die individuelle wie soziale Abwehrlage auch gegenüber dem Corona Virus beeinträchtigt. Die Panik, Angst und Einsamkeit entwickelt sich dann zu einem eigenen Krankheitsfaktor insbesondere bei älteren und sozial vernachlässigten oder vereinsamten Menschen.

2. Die Verhältnisse in Italien, Südkorea und in der ganzen Welt

Die Katastrophe in Italien
Das Geschehen in Italien beängstigt uns alle. Italien meldet mit Stand vom 4.4.2020 insgesamt 124.632 Coronavirus-Fälle. Die täglichen Zuwächse ab dem 28.3.lagen bei 11.883, 7.000, 3.650, 4.453, 4.782, 4.668, 4.585 und am 4.4.2020 bei 4.805 Fällen. Italien erlebt jetzt eine Trendwende, da die Neuinfektionen im Vergleich zu den ersten Märzwochen sinken. Bereits wieder gesund sind 20.996 Patienten. Insgesamt 15.362 Patienten sind verstorben. Die zugenommenen Zahlen der täglichen Todesfälle ab dem 28.3.2020 betrugen 889, 756, 812, 837, 727, 760, 766 und am 4.4.2020 dann 651 Fälle. Das ist dramatisch, da diese Corona Toten die täglichen Sterbefälle in Italien um 20 bis 40 Prozent erhöhen. Die Zahlen bleiben hoch. Jetzt aber zeigt sich ein Trend nach unten. Erstmals seit vier Wochen sinkt die Zahl der Intensivpatienten. Sie liegt jetzt bei 4.000 Menschen. In der Lombardei konnten 50 Patienten aus der Intensivbehandlung entlassen werden.

Das Versorgungssystem in Italien ist der aktuellen Herausforderung, nach den vorhandenen Berichten über die Verhältnisse in den Krankenhäusern, nicht gewachsen. Wesentlich ist, dass regionale Zuspitzungen der Krankheitszahlen auch regionale Überlastungen ebenso wie Dekompensationen des jeweiligen regionalen Systems zur Folge haben. Auch junge Ärzte und Krankenschwestern sterben durch das Corona Virus und die dadurch verursachten Lungenentzündungen. Bisher sind etwa 120 mit dem Virus infizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitssystems, darunter 70 Ärzte, 20 Krankenschwestern und Pfleger gestorben. Mehr als 10 000 Beschäftigte im medizinischen Sektor, etwa in Krankenhäusern, Praxen und Labors, haben sich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Die meisten Mediziner starben in der Region rund um Bergamo. Viele der infizierten Mediziner sind Hausärzte, die ungeschützt in den Kontakt mit den Patienten kamen.

In der Provinz Bergamo sterben an normalen Tagen nur etwa 30 und in einem Monat nur etwa 900 Menschen. Wenn nun plötzlich in einem Monat bis zu tausend Todesfälle mehr durch COVID-19 Erkrankungen anfallen, ist dies unfassbar. In der Stadt Bergamo selbst sterben täglich etwa 4 bis 6 Menschen. 40 bis 60 Tote an einem Tag sind schlimm und machen hilflos. Unter normalen Verhältnissen verzeichnet die Lombardei etwa 200 Sterbefälle pro Tag. Am 23.3.2020 waren es zusätzlich 320 Corona Sterbefälle. Über 60% der Corona Todesfälle aus Italien sind Menschen aus der Lombardei. Die kleine Stadt Nembro nahe Bergamo mit ihren 11 500 Einwohnern erlebt unter normalen Zeiten 2 bis 3 Todesfälle pro Woche. Ende März starben 20 bis 30 Menschen pro Woche, also 10 bis 20-mal mehr. Die Situation in Italien ist katastrophal und die Ärztinnen, Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger sind in einer nicht mehr ertragbaren Lage. 

Wir können trotzdem die italienischen Verhältnisse ebenso wie in Deutschland mit dem normalen Sterbegeschehen vergleichen, um die Sterbefälle durch das SARS-CoV-2 Virus in ihrer Bedeutung besser einzuschätzen. Jeden Tag sterben in Italien etwa 1.800 Menschen und davon 700 Personen durch Herz-Kreislauferkrankungen, 490 durch Krebs und 140 an Krankheiten des Atmungssystems. Bakterielle oder virale Lungenentzündungen verursachen täglich etwa 60 und über das ganze Jahr verteilt insgesamt 22.500 Todesfälle. Die Corona Fälle steigern zurzeit die schweren Lungenentzündungen um das 5 bis 10 fache der sonst üblichen Häufigkeiten. Die regionale Ballung des Geschehens verursacht in der Lombardei nicht 10 Todesfälle täglich durch eine Lungenentzündung, sondern insgesamt etwa 300 am Tag. Aber insgesamt sind die Todesfälle bezogen auf die Gesamtsterblichkeit immer noch gering. In Italien sterben pro Jahr etwa 630.000 Personen. Die jetzigen Todesfälle durch COVID-19 liegen damit in der Größenordnung von 2,4 Prozent.  

Die aktuellen Daten aus Italien zeigen nicht, wie hoch die Infektionsraten mit SARS-CoV-2 tatsächlich sind und ob die täglichen Sterbefälle im ganzen Land jetzt bei 2.500 liegen, das Coronavirus also im Vergleich zu den sonstigen tödlichen Krankheiten tatsächlich viele zusätzliche Fälle produziert. Wissenschaftler sprechen von Übersterblichkeit, wenn in einem Jahr überdurchschnittliche Todeszahlen durch eine neue Krankheit zu verzeichnen sind. Nach den Zuständen in einigen Krankenhäusern in Norditalien ist davon auszugehen, dass es regional eine hohe Übersterblichkeit und dort sogar eine Verdoppelung und Verdreifachung der täglichen Todesfälle gibt. Jetzt tritt langsam ein Rückgang der bisher täglichen Infektions- und Sterbezahlen ein. Der Europäische Sterblichkeitsbericht des EuroMOMO Projektes, an dem 24 europäische Länder beteiligt sind, verzeichnete Ende März 2020 einen Anstieg der Sterbefälle in Italien und in Spanien, der aber unter den Anstiegen früherer Grippewellen liegt. In den anderen Ländern ist noch keine erhöhte Sterblichkeit zu erkennen.

Nach den Angaben des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts ISS am 31.3.2020 liegt das Durchschnittsalter der positiv-getesteten Verstorbenen in Italien derzeit bei circa 81 Jahren. 80% der Verstorbenen sind über 70 Jahre alt der Altersdurchschnitt liegt bei 80 Jahren. 80% der Verstorbenen hatten zwei oder mehr chronische Vorerkrankungen. Bei 50% sind drei oder mehr chronische Erkrankungen vorhanden. Zu den chronischen Vorerkrankungen zählen insbesondere Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Atemprobleme und Krebs. Bei weniger als 1% der Verstorbenen handelte es sich um gesunde Personen, die durch die Corona Infektion zu Tode kamen. Nur circa 30% der Verstorbenen sind Frauen. In vielen Fällen ist unklar, ob die Personen am Virus starben oder an ihren chronischen Vorerkrankungen. Bei den zwei italienischen Verstorbenen unter 40 Jahren (beide 39 Jahre alt) habe es sich um einen Krebspatienten sowie um einen Diabetes-Patienten mit weiteren Komplikationen gehandelt. Auch hier ist die genaue Todesursache noch nicht klar.

Der Erfolg in Südkorea
Italien hat 60 Millionen Einwohner, Südkorea 50 Millionen. Ähnlich und früher betroffen als Italien verzeichnet Südkorea am 4.4.2020 insgesamt aber nur 10.156 Coronavirus-Fälle, 6.325 bereits wieder gesunde Patienten und 177 Todesfälle. Ebenso wie China, Taiwan, Hongkong und Singapur hat auch Südkorea die Coronavirus-Infektionen weitestgehend unter Kontrolle gebracht. Mit drakonischen Maßnahmen erreichte dies China. Die anderen Staaten setzten stattdessen auf die Information der Bevölkerung, viele und vor allem leicht zugängliche Virentests und auf schnelle Entscheidungen bei vorhandenen Infektionen. Durch die Daten der individuellen Mobilfunkgeräte können Kontakte verfolgt und die kontaktierten Personen informiert werden, wenn eine Infektion festgestellt wurde. Das soziale Leben musste dabei nicht komplett gestoppt und eine totale Isolation für Regionen und Gruppen ebenfalls nicht angeordnet werden. Auch Ausgangssperren unterblieben. 

Die Menschen hielten sich in Südkorea aus eigenem Antrieb an die Regeln der allgemeinen Hygiene. Jetzt sind die Neuinfektionen in der Größenordnung von weniger als 100 Fällen täglich. Die flächendeckenden Testkapazitäten sind eine Folge der Erfahrungen mit dem SARS-assoziierte Coronavirus und der dadurch ausgelösten Pandemie 2002/2003 in Asien und der Epidemie durch das MERS-Coronavirus, das sich 2015 und 2016 in Südkorea besonders verbreitet hatte. Dadurch waren Staat und Bevölkerung sensibilisiert und vorbereitet. Mehr als 500 Testkliniken darunter 40 Drive-in-Stationen haben hinreichend schnelle und allgemein verfügbare Tests ermöglicht. Die konsequente Früherkennung infizierter Personen unterstützt durch Informationstechnologie hat auch geholfen, die Krankheit schnell zu behandeln und Todesfälle zu minimieren. Staatliches Handeln und die selbstverständliche Anstrengung der betroffenen Menschen, also bürgerschaftliche Selbstorganisation hilft real, die Epidemie zu bewältigen. Der Virologe Christian Drosten spricht dazu von Mikromanagement, also der aktiven Beteiligung der betroffenen Personen und dem Vertrauen in ihre soziale Verantwortlichkeit.  

Die globale Lage
Weltweit sind gegenwärtig 1.192.025 Menschen mit dem SARS-CoV-2 Virus infiziert (Stand vom 4.4.2020). Die Zahl umfasst die bestätigten Messungen. Fachleute gehen aber davon aus, dass in den einzelnen Ländern etwa 10-mal mehr Menschen symptomfrei oder nur mit leichten Beschwerden infiziert wurden. Wieder gesund geworden und die Covid-19 Krankheit überwunden haben 245.725 Personen. Am Coronavirus gestorben sind bisher weltweit 64.316 Menschen. Täglich kommen etwa 6.000 Todesfälle dazu.

Die Corona Pandemie umfasst in Europa am 4.4.2020 insgesamt 637.158 bestätigte Infektionen. Der tägliche Zuwachs liegt bei mehr als 50.000 Personen. Vermutlich sind aber weit mehr als zwei Millionen Menschen infiziert. Als wieder gesund werden 114.757 Personen gemeldet. Insgesamt 46.545 Menschen sind gestorben. Ab dem 28.3. waren es täglich 2.747, 2.673, 2.524, 3.414, 3.452, 4.815, 4.225 und am 4.4.2020 dann 3.858 mehr Todesfälle. Täglich sterben 3.000 bis 4.000 Menschen in Europa im Zusammenhang mit dem Corona Virus. Italien meldet am 4.4.2020 insgesamt 15.362 Todesfälle, Spanien 11.818, Frankreich 7.560, Großbritannien 4.313, Niederlande 1.651, Deutschland 1.427, Belgien 1.283, Schweiz 666, Schweden 373 und Österreich 186 Todesfälle. Die USA verzeichnen 8.149, der Iran 3.452 und Japan 69 Todesfälle.

Die bedeutsamen Infektionskrankheiten: Tuberkulose und HIV
Es ist sinnvoll und lässt das Corona Geschehen einordnen, wenn wir die jetzigen Daten auf andere Krankheiten beziehen. Weltweit gehört immer noch die Tuberkulose neben HIV/AIDS und Malaria zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des RKI erkranken jährlich 10 Millionen Menschen an einer Tuberkulose und etwa 1,5 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen dieser Krankheit, oftmals aufgrund einer unzureichenden Behandlung. Die Tuberkulose ist weltweit die tödlichste Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen und die führende Todesursache bei HIV-Infizierten.

Auf Europa entfallen etwa 5% aller weltweit auftretenden Tuberkulose-Neuerkrankungen. Das sind dann 450.000 Infektionen und 70.000 Todesfälle pro Jahr. Für Europa ist auch die Tuberkulose die bedeutsamste Infektionskrankheit. Deutschland verzeichnete im Jahr 2018 insgesamt 5.429 Tuberkulose-Erkrankungen und 129 Todesfälle. Ende 2018 lebten weltweit 37,9 Millionen Menschen mit HIV und neu in diesem Jahr infizierten sich 1,7 Millionen Menschen. 770.000 Menschen sind im Zusammenhang mit ihrer HIV-Infektion gestorben. In Deutschland starben 2018 an HIV 440 bis 460 Patienten.

Das jährliche Sterben durch Tuberkulose oder das Aids-Virus übersteigt bei Weitem die gesundheitliche Bedeutung des Corona Virus zum jetzigen Zeitpunkt in Europa und noch mehr weltweit.

Pandemien und Epidemien
Die Spanische Grippe durch das Influenzavirus A/H1N1 von 1918 bis 1920 führte weltweit zu 20 bis 50 Millionen Todesfällen. Von 1957 bis 1958 hat die Asiatische Grippe mit dem Influenzavirus A/H2N2 eine bis vier Millionen Tote verursacht. In Deutschland starben dadurch 29.000 Menschen. Von 1968 bis 1970 ging die Hongkong Grippe mit dem Influenzavirus A/H3N2 ebenfalls mit ein bis vier Millionen Todesfällen einher. In Deutschland starben daran 30.000 Menschen. Die Russische Grippe mit dem Influenzavirus A/H1N1 tötete 1977 und 1978 weltweit 700.000 Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche. Die SARS-CoV Pandemie mit einem Coronavirus von 2002 und 2003 verzeichnete aber nur 774 Todesfälle. Diese erste Pandemie des 21. Jahrhunderts war ein Medienereignis und beängstigte die Menschen weltweit und vor allem auch in Europa. Außerhalb Asiens starben aber nur 45 infizierte Menschen. Deutlich wurde, wie sich in einer vernetzten und globalisierten Welt Infektionskrankheiten verbreiten und gefährliche Auswirkungen haben können.

Die Vogel-Grippe mit dem Influenzavirus A/H5N1 führte von 2004 bis 2016 weltweit zu 450 Todesfällen und die Schweine-Grippe von 2009 bis 2010 ging nach Schätzungen mit 100.000 bis 400.000 Toten einher. In Deutschland starben dadurch 258 Menschen. Die MERS-CoV Virusgrippe 2012 bis 2013 hatte über 850 Todesfälle verursacht und die Ebola Viruskrankheit tötete von 2014 bis 2016 in Westafrika 11.316 und 2018 im Kongo und in Uganda 1.600 Menschen.

Grippewellen
Die Influenza geht in Deutschland und Europa jährlich mit mehreren tausend Todesfällen einher, vor allem an den Folgen einer Lungenentzündung durch bakterielle Superinfektion. Die Übersterblichkeit durch Influenza betrug in Deutschland für 1995/96 etwa 30.000, für 2012/2013 etwa 29.000 und für 2017/18 etwa 25.000 zusätzliche Todesfälle. Europa hatte bei diesen schweren Influenza Epidemien schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Grippetote zu verzeichnen. Die Influenza wird durch Grippeviren ausgelöst. Erkältungen oder „grippale Infekte“ dagegen werden von zahlreichen Erregern verursacht. In Deutschland kommt es in den Wintermonaten nach dem Jahreswechsel zu Grippewellen mit unterschiedlicher Ausbreitung und Schwere, an denen verschiedene Virusarten und auch Corona Viren beteiligt sind. Influenzaviren verändern sich ständig und bilden häufig neue Varianten. Durch diese Änderungen kann man sich im Laufe seines Lebens öfter mit Grippe anstecken und erkranken. Deshalb muss auch der Influenza-Impfstoff nahezu jedes Jahr neu angepasst werden. Er wirkt nie gegen alle, sondern nur gegen einen Teil der virulenten Grippeerreger.

Schlussfolgerung   
Viren kommen, sie verändern sich, Viren gehören zum Leben. Nicht alle Viren in unserer Umgebung befallen den Menschen. Und nicht alle Viren, die den Menschen befallen, machen krank. Ein gesundes Immunsystem reagiert schnell und bekämpft die Eindringlinge oft mit Erfolg. Für einen Tierarzt sind Corona Viren etwas Alltägliches. Viren, die in der Natur und Tierwelt vorkommen, können die Grenze zu einem menschlichen Organismus überschreiten. Das passiert regelmäßig. So kommen dann neue Varianten bereits bekannter Viren unter die Menschen. Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist jetzt da und wird wie die Grippeviren bleiben. Seine Aggressivität ist gegenwärtig etwas höher als die der Influenza Viren und deshalb verbreitet es sich so schnell. Mit der Zeit und mit einer fortschreitenden Immunisierung vieler Menschen wird die Gefährlichkeit abnehmen und dann ist es ein Krankheitserreger wie viele andere Viren auch, die kommen und gehen.

Das Masernvirus ist so gekommen, die Kinderlähmung, Röteln, Mumps, Keuchhusten, Ebola, Aids oder die zahlreichen Influenzaviren. Die SARS- und MERS-Corona Viren sorgten 2003 und 2012 für öffentliche Aufmerksamkeit, andere Corona Viren sind nur Fachleuten bekannt und zirkulieren auch seit Jahren als Erkältungsviren in der Bevölkerung. Jedes Jahr verursachen die Grippe- und Influenzaviren weltweit zwischen 290.000 und 645.000 Todesfälle schätzt ein internationalen Forschernetzwerks unter Federführung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC. Das österreichische Ärztezeitung (ÖÄZ2020/4) berichtet am 25.2.2020, dass die jährliche Mortalität infolge von Influenza in Europa auf etwa 45.000 Todesfälle geschätzt wird. Das seien elf Prozent der weltweiten Influenza-Mortalität. Vor allem Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 65 Jahren sind betroffen. Im Zeitraum von 1999 bis 2015 wurden 34,1 Prozent der hospitalisierten Fälle intensivmedizinisch behandelt. Die Mortalität der Krankenhauspatienten lag bei 12,1 Prozent, wobei ältere Patienten mit 18 Prozent die höchste Sterblichkeit aufwiesen.

COVID-19 hat jetzt die jährlich anfallende durchschnittliche Grippemortalität in Europa erreicht, aber noch nicht die Todeszahlen von schweren Grippewellen wie 2017/18 oder 2012/13. Wenn gegenwärtig nur 10 Prozent der infizierten Personen durch die Messungen erreicht werden, ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die jetzige Pandemie eine tödliche Wirkung entfaltet, die mit schweren Grippepandemien vergleichbar ist. Dann könnten in Europa wie bei der nicht als spektakulär empfundenen Influenzawelle 2017/18 insgesamt bis zu 450.000 und in Deutschland bis zu 30.000 Todesfälle auftreten. Es gibt aber auch eine gute Wahrscheinlichkeit, dass es nicht so schlimm kommt.   

3. Ausblick

Auch SARS-CoV-2 wird nach dem jetzigen Ausbruch relativ bald in der Bevölkerung eine Basisimmunität anregen und dann immer wieder zu Erkrankungsfällen führen. Das ist jetzt schon daran zu erkennen, dass Kinder und junge Erwachsene nach einer Corona Infektion kaum schwer erkranken. Wir werden künftig ein weiteres Erkältungsvirus haben und damit so gelassen umgehen wie mit den bisherigen Erkältungsviren vom Nicht-Influenza Typ. Wir wissen aber noch nicht, wie lange der erste Ausbruch des SARS-CoV-2 Virus unterwegs ist, bis er vierzig bis siebzig Prozent der Bevölkerungen infiziert und immunisiert hat. An diesem Virus werden aber genauso alte, beeinträchtigte und hinfällige Menschen sterben wie an Lungenentzündungen und allgemeinem Organversagen auch bisher schon. Mit 80 bis 100 Todesfällen durch Lungenentzündung täglich in Deutschland und 60 bis 70 Todesfällen täglich in Italien ist das ein Teil des normalen und natürlichen Sterbegeschehens. In Italien wird diese Vergleichszahl deutlich überschritten und 10-mal mehr tödliche Lungenentzündungen pro Tag, als bisher gewohnt, erklärt die drastischen Maßnahmen und die bedrohliche Situation insbesondere in der Lombardei. In Deutschland ist das „Social Distancing“ jetzt umgesetzt und kommt im laufenden Epidemie Prozess vergleichbar früher als in Italien. Nach den Erfahrungen in Südkorea kann konsequente öffentliche Aufklärung, schnell zugängliche und breit angelegte Messungen und vor allem bürgerschaftliche Selbstorganisation wirksam zur Eindämmung der Infektionsausbreitung beitragen.

Es ist noch unklar, ob das Coronavirus Sars-CoV-2 anders und gefährlicher ist als andere Coronaviren, die grippeähnliche Symptome machen. Ganz sicher ist es weniger tödlich als die Coronaviren Sars-CoV in den Jahren 2002/3 und Mers-CoV in 2012/3. Die Wissenschaftler schätzen die Lage unterschiedlich ein. Seriöse Epidemiologen weisen darauf hin, dass Corona Viren als typische Erreger von Erkältungskrankheiten jedes Jahr für Millionen von Infektionen verantwortlich sind und diese banalen Erkältungskrankheiten in bis zu 8% der betroffenen, älteren und multimorbiden Menschen tödlich enden. Der einzige Unterschied zu SARS-CoV-2 könnte sein, dass die Infektionen mit anderen Corona- und Influenza-Viren bisher nicht umfassend gemessen wurden. Mit 25.000 und mehr zusätzlichen Todesfällen rechnen andere Experten. Die Lungenentzündungen durch das Corona-Virus benötigen längere Behandlungszeiten auf Intensivstationen als die durch Influenza Viren.  

Die epidemiologische Situation in Südkorea macht Hoffnung, in Italien ebenso wie in Spanien scheinen jetzt katastrophalen Verhältnisse nachzulassen. Entscheidend wird letztlich sein, ob das Sterben am Coronavirus Sars-CoV-2 die täglichen Todesfälle insgesamt erhöht und wirklich mehr Sterben als normal zur Folge hat. Das Deutsche Netzwerk EbM kommt zu folgendem Fazit: „Es gibt insgesamt noch sehr wenig belastbare Evidenz – weder zu COVID-19 selbst noch zur Effektivität der derzeit ergriffenen Maßnahmen. Aber es ist nicht auszuschließen, dass die COVID-19 Pandemie eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, und NPIs (nicht-pharmakologische Interventionen) – trotz weitgehend fehlender Evidenz – das einzige sind, was getan werden kann, wenn man nicht einfach nur zusehen und hoffen will.“

Soziale Gesundheit
Ein gravierendes Problem allerdings bleibt: Robert Koch, der Namensgeber des RKI, sagte bei seinem Nobelpreis Vortrag zum Beziehungsverhältnis von Krankheitserreger und Menschen: „Das Bakterium ist nichts, der Wirt ist Alles.“ Der Arzt und Infektiologe Louis Pasteur war der gleichen Meinung: „Das Bakterium ist nichts, das Milieu ist alles.“ Der Sozial- und Umweltmediziner Max von Pettenkofer trank im Jahr 1892 öffentlich eine Flüssigkeit voller Cholerabazillen und blieb gesund. Er wollte zeigen, dass die Lebenswelt der Menschen für die Cholerakrankheit entscheidend sei. Und tatsächlich: Die Infektionskrankheiten wurden nicht durch die Segnungen der Medizin, sondern durch die gesellschaftliche Entwicklung gesunder Lebensverhältnisse besiegt. Pasteur, Virchow, Pettenkofer und Koch, die Helden der naturwissenschaftlichen Medizin, sorgten mit politischer und medizinischer Courage für „saubere Städte“ und gesündere Lebensräume und damit für ein neues Gleichgewicht zwischen Bakterien, Menschen und ihrem Gemeinwesen.

„Das Virus ist nichts, der individuelle Mensch ist alles“, gilt es jetzt zu erkennen. Wir können Glück haben und aus der Corona Krise mit einem Neuen Bewusstsein und einer neuen Beziehungskultur herauskommen. Das Virus spiegelt die Gefahren einer „kontaktreichen Beziehungslosigkeit“ und einer rivalisierenden wie konkurrierenden Konsumwelt von selbstbezogenen und rücksichtslosen Individuen, die das Geld zum einzigen Maßstab und Wert erhoben haben. Corona ist ein Menetekel, eine unheilverkündende Warnung vor einem falschen Weg in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Psychosozialer Stress, Ängste, Einsamkeit oder Ausgrenzung schwächen das individuelle und erst recht auch das soziale Immunsystem. Die junge Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie belegt, dass Lebenszufriedenheit, möglichst viel positive Gefühle, gute Beziehungen, das Gefühl von Durchblick, Selbstbestimmung, Lebenssinn und Geborgenheit in der Gemeinschaft das Immunsystem stärkt und unsere Abwehrkraft gegen Viren oder Bakterien verbessert. In der Krise entscheidet sich, ob die Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt oder Egoismus und Selbstgerechtigkeit obsiegen.

Die Corona-Krise zeigt die hohe Anfälligkeit global vernetzter Systeme und unsere Abhängigkeit von anderen Menschen. Jetzt wird sich zeigen, ob unsere offene Gesellschaft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gemeinwohl und Individualismus hinbekommt. Es geht um ein soziales Bindegewebe, das gesundet und gesundheitsförderlich ausgestaltet ist. Individuelle Gesundheitskompetenz, gesunde Sozialentwicklung und ein neues menschliches Miteinander, also ein heilsames Milieu und achtsame Menschen in solidarischen Gemeinschaften sind die Stichworte für ein Gleichgewicht zwischen Viren, Menschen und ihrem Gemeinwesen. Und es braucht auch ein gesundes Gleichgewicht zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Staat. Leben und Wirtschaften im Einklang mit der Natur kommen hinzu. Nicht Wachstum, Nachhaltigkeit ist umzusetzen und Werte, nicht das Geld sind der Maßstab. Den dafür notwendigen Werte-Horizont und die dafür vorhandene Orientierung beschreibt Albert Einstein vortrefflich: „So sehe ich für den Menschen die einzige Chance darin, dass er zwei Einsichten endlich praktisch beherzigt: dass sein Schicksal mit dem der Mitmenschen in allen Teilen der Erde unlösbar verbunden ist und dass er zur Natur und diese nicht ihm gehört.“

 Das Alter und das Corona Virus

Und dann noch eine Information zum gefährdeten Alter: Die stärksten gesundheitsförderlichen Kräfte für alte Menschen sind Bewegung, Sonne und Licht und vor allem das Empfinden, mein Leben hat Sinn, Bedeutung und noch Perspektiven und ich bin nicht allein. Viele sterben in Pflegeheimen, weil sie sich einsam, bedeutungslos und im Stich gelassen fühlen. Diese Risikofaktoren sind bedeutsamer als die Ansteckungsgefahr durch Pflegekräfte und Angehörige, die teilweise stundenlang dabei sind und ungemein wichtig. In der Abwägung müssen wir flexible Regelungen finden, die alle Bedürfnisse der alten Menschen in den Blick nehmen. Eine Abschottungsgewalt der Isolation gegen das innere Bedürfnis der betroffenen Menschen aus totalitärer Fürsorge ist nicht tragbar. Wir sollten das sehr viel mehr den betroffenen Akteuren selbst überlassen und eine liebevolle Betreuungskultur höher bewerten, als die Corona Risiken. Ein Test für alle, insbesondere ein Test zur Immunität der Besucher und Pfleger wären hilfreich. Solange sie aber nicht verfügbar sind, ist eine subsidiäre Solidaritätskultur mit den alten Menschen besser als die staatlich verordnete Deprivation der Deprivierten. Alle anderen Infektionskrankheiten kommen in Heimen gehäuft vor, von der Tuberkulose bis zur Grippe. Die folgenden Regeln sind vernünftig:

1. Hygiene strikt beachten: häufiges gründliches Händewaschen mit Seife für alle Beteiligten. Desinfektionsmittel im Übermaß sind eher schädlich (Schädigung der bakteriellen Hautflora).

2. Abstand halten bei allen Gelegenheiten, wo der Verdacht auf irgendeine Atemwegsinfektion besteht. Besonders gefährdet sind Personen mit supprimiertem oder geschädigtem Immunsystem, z.B. mit Cortison behandelten Personen, Menschen mit Autoimmunerkrankungen, die das Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen, Diabetiker, Bluthochdruckpatienten, Krebspatienten, generell Personen mit schweren Vorerkrankungen.

Naturheilkundler raten und vieles davon macht Sinn, um gegen alle Viren besser geschützt zu sein

3. Schlafen Sie ausreichend – in der Nacht frischt der Organismus alles auf, was am Tag verbraucht wurde.

4. Essen Sie regelmäßig und gesund – frische Lebensmittel und am besten nach dem Motto: regional und saisonal. Das bekommt dem Körper am besten. wichtig ist kein oder nur moderaten Alkoholkonsum und nicht Rauchen.

5. Besonders ratsam sind bitterstoffhaltige Gemüse – sie regen die Verdauung und den Stoffwechsel an: Endivie, Radicchio, Rucola, Chicorée, Artischocken, Rosenkohl, Wirsing. Bei den Kräutern sind vor allem Salbei, Kerbel und Koriander reich an Bitterstoffen. Gemüse und rote Beeren und Vitamin C reiche Früchte.

6. Meiden Sie Zucker und andere Süßstoffe und essen Sie jeden Tag vielleicht einen Teelöffel Propolis – er enthält viele wertvolle Vitamine und Mineralien.

7. Sorgen Sie für warme Füße und achten Sie generell darauf, dass Sie warm genug angezogen sind.

8. Am Allerwichtigsten ist , wer immer das kann und wo immer das geht: Moderater Sport, möglichst an der freien Natur, alleine oder zu zweit und nicht in Gruppen (keine Überanstrengung, diese schädigt das Immunsystem)

so formuliert das der Verein Gesundheit aktiv und Heime haben genug zu tun, um die Bedarfe nach Zuwendung, gutem Essen, sozialer Teilhabe und Bewegung zu erfüllen. Das aber ist bedeutsam und geht nicht ohne Angehörige und freiwillige Helfer.

Naturheilkundlich versierte Ärzte setzen zusätzlich noch auf Medikamente und praktizieren folgendes:

9. Den Vitamin D Spiegel auf einen Blutwert zwischen 40 - 60 ng/ml bringen bzw. halten. Das sind etwa 1000 I.E. täglich.

10. Magnesium als Kofaktor zu Vitamin D supplementieren (400 mg/Tag).

11. Für die Dauer der Infektionsperiode Zink supplementieren (20 - 25 mg/Tag)

12. 250 mg Vitamin C über den Tag verteilt supplementieren (im Idealfall als Ester-C)

Ich rate, dass alles unterbleiben sollte, was Angst macht, Vereinsamung verstärkt und den "sozialen Tod" begünstigt. Eine möglichst schnelle Testung auf Infektionen und/oder Immunität nach Bedarf ist das, was die Medizin mit Priorität anstreben sollte. Pflegekräfte mit erworbener Immunität sind ein Segen. Ansonsten sehe ich auch, dass die älteren sich allerorten sehr vernünftig verhalten und "Fürsorgegefängnisse" nicht brauchen.