• 25 Jahre 25 Impulse 3

Bewegungsmangel ist kein Randphänomen mehr und auch Kinder verbringen immer mehr Zeit sitzend. / Präventologe Philipp Roloff gibt Anregungen dazu, wie Bewegung wieder mehr zu einer Routine im Alltag werden kann in unserer Jubiläums-Reihe "25 Jahre - 25 Impulse"


 

„Wenn Bewegung zur Gewohnheit wird"

Wissen in Kürze
Bewegungsmangel ist längst kein Randphänomen mehr – aktuelle Erhebungen zeigen, dass nur eine Minderheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland die Bewegungs-empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation überhaupt erreicht. Gleichzeitig verbringen Kinder- und Jugendliche immer mehr Zeit sitzend: im Klassenzimmer, am Schreibtisch zu Hause, am Bildschirm. Die Folgen reichen von Haltungs- und Stoffwechselproblemen bis zu nachlassender Konzentration und Lernfreude. Wer hier ansetzen will, kommt an der Schule nicht vorbei. Sie ist die einzige Lebenswelt, in der wir alle Kinder systematisch erreichen – unabhängig von Elternhaus, sozialer Lage oder Motivation. Was hier gelingt, wirkt doppelt: Es entlastet den Schultag und legt zugleich das Fundament für später. Denn Bewegungsgewohnheiten aus der Kindheit beeinflussen mit hoher Wahrscheinlichkeit das Aktivitätsniveau von Erwachsenen positiv. Damit ist Schule der wirksamste Hebel, den wir haben.

Der präventologische Perspektivwechsel
Bewegung in der Schule wird meist als zusätzliche Aufgabe gedacht – als Sportstunde, als Projekt, als einzelne Maßnahme. Der präventologische Blick fragt anders: Nicht „Wie bringen wir Kinder in Bewegung?“, sondern „Wie installieren wir eine Gewohnheit, die ein Leben lang trägt?“. Gewohnheiten entstehen durch Frequenz, nicht durch Intensität. Viele kurze Bewegungstropfen, regelmäßig durchgeführt, wirken nachhaltiger als die eine große Einheit – weil sie zur selbstverständlichen Routine werden.

Der Alltagstipp
Probieren Sie es selbst: Hängen Sie eine kleine Bewegung an eine Routine, die Sie ohnehin täglich haben. Nach dem Zähneputzen kurz auf den Zehenspitzen wippen. Nach dem Mittagessen 100 Schritte vor die Tür. Beim Wasserkochen auf einem Bein stehen. Der vertraute Anker erspart das Erinnern – nach wenigen Wochen läuft es von selbst. Was Kindern guttut, kann auch Erwachsenen nur helfen.

Dieser Impuls wurde von unserem Präventologen Philipp Roloff verfasst.

Roloff

Ort: Hamburg 

Schwerpunkt: Gesundheitsförderung und Prävention in der (Grund-) schule

Websitewww.traindrops.de

Mitglied im Berufsverband der Präventologen

  


 

25 Jahre - 25 Impulse

In diesem Jahr feiert der Berufsverband der Präventologen sein 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass haben wir eine besondere Themenreihe gestartet.

In "25 Jahre - 25 Impulse" geben unsere Mitglieder kleine Anstöße für Gesundheitsbewusstsein und Prävention im Alltag - und zeigen damit die große Vielfalt und Kompetenz unserer lebendigen Community.

Am 19. September laden wir zu einem Online-Jubiläums-Kongress ein - für Präventologinnen und Präventologen, Mitglieder, Partner und Freunde.

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