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Rehberg 2026Unser Vorstandsmitglied Astrit Rehberg (Foto) war beim Bundessymposium des Gesunde Städte-Netzwerks Deutschland und hat in einem Kommentar ihre Eindrücke zusammengefasst. Ihr Resümee: "Der vom AOK-Bundesverband gemeinsam mit dem  Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelte Index zeigt deutlich, wo Deutschland steht – und das ist ernüchternd: Auf Platz 17 von 18 untersuchten Ländern in Nord- und Zentraleuropa. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern bei der Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen. (...) Wir brauchen endlich den nächsten Schritt - von guten Projekten hin zu wirksamer Politik."

Im März hatte ich die Gelegenheit, am Bundessymposium des Gesunde Städte-Netzwerk Deutschland in Hannover teilzunehmen – eine inspirierende Plattform voller engagierter Akteurinnen und Akteure, innovativer Projekte und gelebter Prävention. Das Netzwerk selbst ist dabei weit größer, als viele vermuten: Über 100 Städte, Gemeinden und Landkreise sind Mitglied. Unterstützt wird es von zahlreichen Kooperationspartnern, darunter Dachverbände von Selbsthilfegruppen, wissenschaftliche Einrichtungen und Universitäten. Es ist damit eines der zentralen kommunalen Netzwerke für Gesundheitsförderung in Deutschland.

Und doch hat mich ein Thema besonders nachdenklich – ja, ehrlich gesagt erschüttert: der vorgestellte Public Health Index (PHI) 2025. Der vom AOK-Bundesverband gemeinsam mit dem Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) entwickelte Index zeigt deutlich, wo Deutschland steht – und das ist ernüchternd: Platz 17 von 18 untersuchten Ländern in Nord- und Zentraleuropa. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern bei der Umsetzung wissenschaftlich empfohlener Präventionsmaßnahmen.

Besonders kritisch: In den zentralen Handlungsfeldern Tabak, Alkohol und Ernährung rangiert Deutschland durchweg auf den hinteren Plätzen, im Bereich Bewegung lediglich im unteren Mittelfeld. Während Länder wie Großbritannien, Finnland oder Irland konsequent auf strukturelle Maßnahmen setzen – etwa durch Besteuerung ungesunder Produkte, Werbeeinschränkungen und gesunde Lebenswelten für Kinder – bleibt Deutschland deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Was mich dabei besonders bewegt: Es fehlt nicht an Wissen. Es fehlt nicht an Konzepten. Und es fehlt auch nicht an gesellschaftlicher Zustimmung. Was fehlt, ist der politische Wille zur konsequenten Umsetzung.

Dabei sind die Potenziale enorm – gesundheitlich wie wirtschaftlich. Allein die Folgekosten von Tabakkonsum, Adipositas und Alkoholkonsum summieren sich auf weit über 200 Milliarden Euro jährlich. Prävention ist also längst nicht nur eine Frage der individuellen Verantwortung, sondern eine gesamtgesellschaftliche Investition in Zukunftsfähigkeit. 

Der PHI macht sichtbar, was wir im präventologischen Alltag oft spüren: Verhältnisprävention spielt in Deutschland noch immer eine zu geringe Rolle. Genau hier liegt jedoch der Schlüssel – in gesunden Rahmenbedingungen, die gesundes Verhalten erleichtern.

Mein Fazit aus Hannover: Die vielen engagierten Initiativen im Netzwerk zeigen, was möglich ist. Doch wir brauchen endlich den nächsten Schritt – von guten Projekten hin zu wirksamer Politik.
Der Public Health Index kann – und sollte – dabei ein wichtiger Impulsgeber sein. Nutzen wir ihn.

Astrit Rehberg – Vorstandsmitglied im Berufsverband der Präventologen e.V.

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